Zu Beginn des Jahres hatten die IT-Verantwortlichen im Finanzdienstleistungssektor (FSI) alle Hände voll zu tun. Da sich die nach der Finanzkrise geschaffenen regulatorischen Rahmenbedingungen nun endlich etabliert haben, ging es in den Gesprächen um Unternehmen, die die digitale Disruption nutzen wollen, um sich bestmöglich für den Erfolg zu positionieren. Dann änderte sich alles, als die Weltwirtschaft in eine weitere Krise stürzte.
Niemand weiß, wie sich diese Angelegenheit entwickeln wird. Dies hat die IT-Verantwortlichen jedoch bereits unter ganz anderen Druck gesetzt, da neue Prioritäten ihre Teams bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringen und kritische Lücken bei der Transparenz der Endgeräte offenbaren. Eine neue Studie von Tanium beleuchtet das Ausmaß und die Auswirkungen dieser IT-Blindflecken auf globale Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche.
Hintergrund
Die Branche hat den größten Teil des vergangenen Jahrzehnts damit verbracht, sich an die neuen regulatorischen Anforderungen anzupassen, die nach der Wirtschaftskrise von 2008 an sie gestellt wurden. Im Laufe der Zeit hat sich die Komplexität jedoch erhöht – dank Investitionen in virtuelle Maschinen, Cloud-Infrastruktur, Container und andere digitale Infrastrukturen. Diese Komplexität stellt ein Risiko dar, wenn sie nicht angemessen bewältigt wird, insbesondere in Krisenzeiten, in denen kritische Infrastrukturen auf eine harte Probe gestellt werden.
Die Studie ergab, dass mehr als die Hälfte (52 Prozent) der FSI-Unternehmen Endpunkte innerhalb der IT-Umgebung ihres Unternehmens identifizieren, die ihnen zuvor nicht bekannt waren. Und nur 27 Prozent geben an, die vollständige Kontrolle darüber zu haben, alle Computergeräte im Netzwerk sofort zu erfassen.
Diese mangelnde Transparenz ist zu jeder Zeit besorgniserregend, insbesondere jedoch in einer Zeit, in der sich die Angriffsfläche von Unternehmen aufgrund der neuen dezentralen Arbeitsweise exponentiell vergrößert hat. Unterdessen verstärken opportunistische Hacker ihre -Angriffe, die darauf abzielen, überlastete Sicherheitsteams und ungeschützte Endgeräte auszunutzen.
Was sind die Ursachen für diese Lücken? Führungskräfte im IT-Bereich der Finanzdienstleistungsbranche nannten als Hauptprobleme isolierte IT-Betriebs- und Sicherheitsbereiche (37 Prozent), Altsysteme, die ungenaue Informationen liefern (36 Prozent), eine unkontrollierte Zunahme von IT-Tools (30 Prozent), Schatten-IT (28 Prozent) sowie einen Mangel an Ressourcen (28 Prozent). Insbesondere die Vielzahl an Tools gibt Anlass zu großer Sorge: Im Durchschnitt setzen FSI-Unternehmen heute in ihrer Organisation 49 verschiedene IT-Sicherheits- und Betriebstools ein.
Was ist zu tun?
Die Studie ergab, dass Finanzunternehmen mehr für die Einhaltung der Datenschutzvorschriften ausgeben als fast jede andere Branche mit Ausnahme der Öl- und Gasindustrie: durchschnittlich jeweils 104 Millionen US-Dollar sowie zusätzlich jeweils 306 Millionen US-Dollar für entsprechende Haftpflichtversicherungen. Dennoch bestehen weiterhin Lücken in der Transparenz, die diese Bemühungen entscheidend untergraben. Ohne einen umfassenden Überblick über ihre Endgeräteinfrastruktur werden IT-Verantwortliche erst auf die falsche Art und Weise – nämlich durch kompromittierte Endgeräte – von Sicherheitslücken erfahren, wie beispielsweise den in Zoom entdeckten Zero-Day-Fehler „“.
Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche müssen ihre zahlreichen Einzeltools auf einer einheitlichen Plattform für Endpunktmanagement und -sicherheit zusammenführen: einer Plattform, die in Echtzeit eine einheitliche Datenbasis bereitstellt, auf die sich isoliert arbeitende IT- und Sicherheitsteams stützen können. Dies wird nicht nur dazu beitragen, Compliance-Maßnahmen zu unterstützen und Cyberrisiken kontinuierlich zu mindern, sondern liefert auch die Erkenntnisse, die IT-Führungskräfte benötigen, um potenzielle Leistungsprobleme in ihren Legacy- und Hybrid-Cloud-Umgebungen zu erkennen.
Die Sicherheit von Heimarbeitern zu gewährleisten, ist eine Sache, doch wie die Geschichte zeigt, müssen CIOs und CISOs mit dem Unerwarteten rechnen. Um sicherzustellen, dass sie nicht ständig in einen endlosen „Feuerwehreinsatz“ verfallen, sind Transparenz und Kontrolle über alle Endgeräte von entscheidender Bedeutung.
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