Während im Jahr 2020 eine massive Verlagerung der Mitarbeiter von den Büros ins Homeoffice stattfand und die IT-Abteilungen alle Hände voll zu tun hatten, die weit verstreuten Endgeräte zu sichern und ihre neu dezentralisierten Geschäftsabläufe zu optimieren, sind die IT-Verantwortlichen in diesem Jahr auf alles vorbereitet.
Tatsächlich wird erwartet, dass sich die IT-Prioritäten und -Budgets an die „neue Normalität“ anpassen werden, wobei ein Großteil der Unternehmen ihre Ausgaben erhöhen wird, um langfristige Strategien umzusetzen, die ihnen eine flexiblere und widerstandsfähigere IT-Infrastruktur ermöglichen. Zu den wichtigsten Initiativen zählt die Stärkung der Cybersicherheit als geschäftliche Priorität.
Dies geht aus einer Umfrage hervor, die von der Enterprise Strategy Group (ESG) unter 664 hochrangigen IT- und Führungskräften aus Nordamerika, Westeuropa und Australien durchgeführt wurde. Die Umfrage, die sowohl mittelständische Unternehmen (100 bis 999 Mitarbeiter) als auch Großunternehmen (1 000-plus Mitarbeiter) im öffentlichen und privaten Sektor umfasste, ergab, dass sechs von 10 Unternehmen planen, ihre Ausgaben für IT-Produkte und -Dienstleistungen zu erhöhen.
Zu den größten Nutznießern zählen öffentliche Cloud-Dienste (für Anwendungen, Infrastruktur und Remote-Arbeitsmöglichkeiten) sowie Cybersicherheit, die von den Umfrageteilnehmern am häufigsten als ihre wichtigste IT-Initiative genannt wurde.
Im Folgenden finden Sie fünf Diagramme, die die wichtigsten Erkenntnisse veranschaulichen.
- Die Aufstockung des IT-Budgets
Insgesamt blicken die Entscheidungsträger optimistisch auf das Jahr 2021: Sechs von zehn geben an, dass sie ihre Ausgaben gegenüber dem Vorjahr erhöhen werden. Im Vergleich dazu geben etwas mehr als ein Drittel an, ihre Budgets unverändert zu lassen, und nur 4 % planen Kürzungen.
Die durchschnittliche Budgeterhöhung beträgt insgesamt 3,28 %, wobei bei mittelständischen Unternehmen im Vergleich zu Großunternehmen deutliche Zuwächse zu verzeichnen sind (3,46 % gegenüber 3,17 %), bei Unternehmen mit Sitz in Nordamerika im Vergleich zu Westeuropa (3,55 % gegenüber 2,67 %) sowie bei Unternehmen mit ausgereiften Programmen zur digitalen Transformation im Vergleich zu solchen, die sich noch in der Anfangsphase der Planung befinden oder über keine Roadmap verfügen (4,33 % gegenüber 2,05 % gegenüber 0,15 %).

- Unternehmensdienstleistungen, Telekommunikation und Life Sciences geben den Ton an
Branchenübergreifend werden voraussichtlich Unternehmensdienstleister, Telekommunikations- und Medienunternehmen sowie der Life-Sciences-Sektor die größten Ausgaben tätigen; in diesen Bereichen geben fast drei Viertel der Befragten an, dass die Budgets wahrscheinlich steigen werden. Branchen, die von Lockdowns und verbindlichen Abstandsregeln betroffen sind, zeigen sich hinsichtlich ihrer Ausgaben weniger optimistisch. Im Hochschulbereich geben 50 % an, dass sie mit einer Aufstockung der Budgets rechnen, während 14 % sich auf Kürzungen einstellen. Transportunternehmen werden ihre Budgets höchstwahrscheinlich auf dem gleichen Niveau belassen (47 %) oder kürzen (11 %).

- Budget-Gewinner: Cloud und Cybersicherheit
Jeder, der schon einmal eine Datei über Dropbox in der Cloud geteilt oder gemeinsam mit anderen einen Bericht in Google Docs verfasst hat, weiß, wie die Zusammenarbeit in der Cloud eine stärkere Einbindung und bessere Organisation unter Remote-Mitarbeitern ermöglicht. Diese Tools unterstützen zudem IT-Mitarbeiter, die gezwungen sind, von zu Hause aus zu arbeiten und nun virtuelle Sicherheits-Helpdesks betreuen.
Da immer mehr Unternehmen ihre Geschäftsfunktionen in die Cloud verlagern, ist ein erhöhter Investitionsbedarf in Cloud-Dienste und Cybersicherheit von entscheidender Bedeutung. Auf die Frage, welche Technologien am ehesten mit einer Aufstockung der Mittel rechnen können, nannten mehr als zwei Drittel der Befragten (68 %) öffentliche Cloud-Infrastrukturdienste, dicht gefolgt von Cybersicherheit (66 %) und öffentlichen Cloud-Anwendungen (63 %), die punktgleich mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen lagen.

- Die virtuelle Zusammenarbeit ist nicht mehr wegzudenken
Eine der bedeutendsten und nachhaltigsten Auswirkungen auf die IT-Strategie wird die fortgesetzte Nutzung von Videokonferenzen, gemeinsam genutzten Dokumenten und anderen Online-Tools für die Zusammenarbeit sein. Möglicherweise haben die IT-Teams den Höhepunkt der Einführung jedoch bereits hinter sich. Tatsächlich gaben zwar im Frühjahr 2020 30 % der Befragten an, dass die Online-Zusammenarbeit zugenommen habe, doch als die Arbeit im Homeoffice zunahm, war dieser Wert bis zum Herbst auf 25 % gesunken. Dies war höchstwahrscheinlich auf den Beitrag der Cloud zur Verbesserung der betrieblichen Leistungsfähigkeit zurückzuführen.
Dennoch wurden digitale Tools für die Zusammenarbeit als der wichtigste nachhaltige Einflussfaktor auf die IT-Strategie genannt, dicht gefolgt von der zunehmenden Nutzung von Cloud-Anwendungen (24 %).

- Cybersicherheit steht an erster Stelle – doch Agilität bleibt entscheidend
Unternehmen stufen die Verbesserung der Cybersicherheit und die Nutzung der öffentlichen Cloud als die beiden wichtigsten IT-Prioritäten für das Jahr 2021 ein, genau wie bereits im Jahr 2020. Ein genauerer Blick auf die kurzfristigen technologischen Prioritäten zeigt jedoch, dass es zahlreiche neue Herausforderungen und Innovationschancen gibt – sofern Sie bereit und in der Lage sind, Ihren Fokus bei Bedarf neu auszurichten.
Auf die Frage, welchen Technologietrend sie für ihr Unternehmen im Jahr 2020 als am wichtigsten einstufen würden, nannten lediglich 2 % der Befragten die Automatisierung routinemäßiger Geschäftsprozesse mithilfe robotergestützter Prozesstechnologien. Von den neun wichtigsten Anliegen der Führungskräfte in der Wirtschaft in jenem Jahr belegte die Automatisierung den allerletzten Platz. Im Jahr 2021 vervierfachte sich der Anteil derjenigen, die der Automatisierung höchste Priorität einräumen, auf 8 % und belegte damit den sechsten Platz unter 10 zentralen Anliegen.
Zu den weiteren Verschiebungen bei den Prioritäten zählen Mobilität und die Möglichkeiten zur Fernarbeit – als zentrales Anliegen stieg deren Anteil im vergangenen Jahr um die Hälfte (von 8 % auf 12 %) –, während künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen um fast ein Drittel zurückgingen (von 10 % auf 7 %).


