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Tanium Blog

Sie werden gehackt werden. Und ein Antivirenprogramm wird Ihnen nicht helfen.

Die Sicherheitsbranche versagt

Dabei wird natürlich auch Geld verdient: Gartner schätzt, dass sich die weltweiten Branchenausgaben bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln werden. Das Versagen – _unser _Versagen als Branche – besteht darin, dass die Zahl der Sicherheitsverletzungen weiterhin schneller zunimmt als die Investitionen. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Budgets um 24 %, während die Zahl der Sicherheitsvorfälle laut PwC um 38 % zunahm. Wenn ein gesamtes System immer mehr Geld ausgibt, nur um dann festzustellen, dass sich das Problem weiter verschlimmert, ist das System gescheitert. Und wenn so viel auf dem Spiel steht wie hier – nämlich die Sicherung der Infrastruktur und der Unternehmen, die unsere Lebensweise ermöglichen –, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Veränderungen.

Die Anzeichen waren bereits seit Jahren erkennbar, oft mit verheerenden Folgen, und die Meldungen des vergangenen Monats von Google Project Zero waren die jüngsten in einer Reihe bedauerlicher Nachrichten zum Thema Cybersicherheit, bei denen Sicherheitslücken viel zu spät entdeckt wurden oder wertvolle personenbezogene Daten in großem Umfang gestohlen wurden (z. B. der jüngste Hackerangriff auf Wendy’s.)

Was soll ein Vorstandsvorsitzender also tun?

Der erste Schritt ist die Akzeptanz: Sie müssen sich damit abfinden, dass Angriffe auf Ihr Netzwerk mittlerweile ein unvermeidlicher Bestandteil Ihres Lebens sind. Die traditionellen Grenzen rund um Netzwerke sind verschwunden, Angreifer agieren schneller und raffinierter denn je, und das rasante Innovationstempo setzt uns jede Sekunde neuen Cyberbedrohungen aus. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie Ihre Daten nicht schützen können.

Wenn der erste Schritt die Akzeptanz ist, dann besteht der zweite Schritt darin, sich auf das Wesentliche zu besinnen und Ihr Leben in Ordnung zu bringen. Die erste Frage, die ich stelle, wenn ich mich mit einem Geschäftsführer treffe, lautet: „Wie viele Endgeräte gibt es in Ihrem Netzwerk?“ In den meisten Fällen weichen ihre Angaben – sofern sie überhaupt eine Antwort haben – um Tausende – oder manchmal sogar um Hunderttausende – ab, da die Technologie, auf die sie sich stützen, um einen genauen Überblick über die Größe und die Aktivitäten in ihren Netzwerken zu erhalten, nicht mit der Größe moderner Netzwerke Schritt halten kann. Mit dem Aufkommen mobiler und vernetzter Geräte ist die Anzahl der Netzwerkendpunkte von Zehntausenden vor 20 Jahren auf mehrere zehn Millionen angestiegen. Jedes Endgerät – sei es ein Laptop, ein Mobiltelefon oder ein vernetztes Gerät – kann tatsächlich als _Zugangspunkt_ zu Ihrem Netzwerk betrachtet werden, und Sie können nichts schützen, von dessen Existenz Sie nichts wissen. Die gemeinsamen Merkmale der jüngsten großen Hackerangriffe sind Probleme im Bereich der grundlegenden Cybersicherheit: Man weiß nicht, was sich in der eigenen IT-Umgebung befindet, es ist nicht möglich, den Zugriff auf diese Umgebung einzuschränken, und es ist schwierig, bekannte Sicherheitslücken aufzuspüren. Sobald Sie einen vollständigen Überblick über Ihr Netzwerk haben, können Sie von einer veralteten, auf Prävention ausgerichteten Strategie zu einer Strategie der schnellen Erkennung und Reaktion übergehen. Das ist das neue Konzept für den Schutz Ihrer Daten.

Schritt 3: Geben Sie das Versprechen der Prävention – wie beispielsweise bei Antiviren- – auf. Technologien, die auf Prävention ausgerichtet sind, wurden für eine Zeit entwickelt, in der Netzwerke noch wesentlich kleiner waren. Antivirenprogramme gehören der Vergangenheit an – im Jahr 2016 erfolgen Angriffe 10x schneller, als es Antivirenlösungen jemals leisten können. Im Grunde genommen haben Sie keine Chance, eine ein oder zwei Monate alte Bedrohung mit 20 Jahre alter Technologie zu bekämpfen. Darüber hinaus sind Daten aus dem Bereich der Bedrohungsanalyse nicht nur unvollständig, sondern oft auch äußerst langsam, sodass es Tage oder Wochen dauern kann, bis sie Aufschluss darüber geben, was in Ihrem Netzwerk vor sich geht. Angesichts einer sich ständig verändernden IT-Umgebung und Angreifern, die Systeme innerhalb von Minuten kompromittieren können, müssen die zur Lösung dieses Problems erforderlichen Tools innerhalb von Sekunden Transparenz und Kontrolle gewährleisten.

Schlussfolgerung

Es sind nicht nur schlechte Nachrichten. Der Markt beginnt zu reagieren, und die Sicherheitsbranche erlebt eine Revolution von innen heraus. Viele unserer Kunden haben uns mitgeteilt, dass sie ihre Antivirenprogramme deinstallieren. Die Konsolidierung wird für die Zukunft des IT-Managements und der IT-Sicherheit von entscheidender Bedeutung sein – sowohl auf Unternehmensebene als auch auf Branchenebene. Da Kunden ihre Einzellösungen auf einer einzigen Plattform zusammenführen, werden Nischenanbieter einfach vom Markt verschwinden – zum Wohle aller. Lassen Sie uns gemeinsam die Branchenführer zur Rechenschaft ziehen, die ihren Kunden weiterhin versprechen, dass sich deren Probleme von selbst lösen werden, wenn sie eine Reihe von Lösungen einsetzen und diese selbst miteinander verknüpfen. Das ist nicht nur falsch, sondern auch unmoralisch. Wir haben die Pflicht, im Bereich der Cybersicherheit den richtigen Kurs einzuschlagen.

Über den Autor: Orion Hindawi war 2007 Mitbegründer von Tanium und ist dort als Chief Executive Officer tätig. Orion leitet die Produktstrategie und -entwicklung der Tanium-Plattform sowie alle kundenorientierten technischen Betriebs- und Managementaufgaben. Als Technologie-Visionär und versierter Erfinder hat Orion in den vergangenen 18 Jahren bei BigFix, Inc. (im Jahr 2010 von IBM übernommen) und Tanium die Entwicklung von Endpunkt-Sicherheits- und Verwaltungsplattformen für Unternehmen geleitet und verfügt darüber hinaus über zahlreiche Softwarepatente in den Bereichen Netzwerkkommunikation und Systemverwaltung. Orion arbeitet täglich eng mit Tanium-Kunden zusammen, um neue Ansätze zur Bewältigung der erheblichen Herausforderungen zu entwickeln, denen IT-Abteilungen bei der Sicherung und Verwaltung großer, globaler Unternehmensumgebungen gegenüberstehen. Orion ist zudem Mitglied des Verwaltungsrats von Tanium.